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23. August 2018

Präsentation der neuen DIA-50plus-Studie

Die neue DIA-50plus-Studie „Einzigartigkeit des Alterns“ präsentierten das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) und das Meinungsforschungsinstitut INSA am 22. August 2018 im Bundesministerium für Gesundheit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bedankte sich bei den Autoren der Studie für ihre wegweisende Arbeit, die mit ihren vielfältigen Erkenntnissen zu ganz unterschiedlichen Lebensbereichen und Themenfeldern Politik und auch Wissenschaft wichtige Hinweise gibt. Spahn weiter: „Die Ergebnisse der INSA-Studie zeigen, dass ältere Menschen nicht weniger leistungsfähig sind als jüngere, sondern dass sie anders leistungsfähig sind.“

DIA-Sprecher Klaus Morgenstern stellte fest, dass es bei der 50plus-Studie darum gehe, eine Kultur des aktiven Alterns zu unterstützen. Älteren Menschen müsse, wenn sie es wünschen, die Chance gegeben werden, sich länger auf dem Arbeitsmarkt zu halten und so lange wie möglich gesund, aktiv und unabhängig leben zu können.

INSA-Geschäftsführer Hermann Binkert, wies darauf hin, dass die Altersgruppen der zweiten Lebenshälfte weiter an Bedeutung gewinnen. So sind 51 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland über 50 Jahre alt. Gleichzeitig entspricht dies 56 Prozent der Wahlberechtigten und ca. 60 Prozent der Wähler.

Die INSA-Studien 50plus (Studie 2011 „Vielfalt des Alterns“, Studie 2014 „Bewusster Leben“) nehmen ganz bewusst die Altersgruppe der zweiten Lebenshälfte in den Blick und vergleichen deren Sicht der Dinge mit der der unter 50-Jährigen. Das Markt- und Sozialforschungsinstitut INSA-CONSULERE befragt dazu im Drei-Jahres-Rhythmus eine repräsentative Gruppe von rund 3.000 erwachsenen Personen*.

 

 

Ergebnisse

 

Man fühlt sich im Schnitt 10 Jahre jünger – mehrheitlich werden erst über 70-Jährige als „alt“ angesehen

Der Unterschied zwischen dem gefühlten und dem tatsächlichen Alter beträgt ein Jahrzehnt, die unter 40-Jährigen finden, dass man ab 60 Jahren zu den „Alten“ zählt. Bei den über 40-Jährigen zählt man erst nach dem 70. Lebensjahr zu den „Alten“.

 

Die Einschätzung, wann das „Alter“ beginnt, variiert zwischen den einzelnen Berufsgruppen.

Angestellte, Beamte und Selbstständige/Freiberufler geben am häufigsten an, dass das „Alter“ ab 70 Jahren beginnt. Ungelernte Arbeiter geben am häufigsten an, dass das „Alter“ schon ab 60 Jahren beginnt. Interessant ist, dass für knapp jeden fünften (17 %) Freiberufler das „Alter“ sogar erst ab 80 Jahren beginnt. Bei Angestellten und Beamten gilt dies für nur acht bzw. sieben Prozent der Befragten.

 

Die Lebensqualität der mittleren Altersgruppen wird am häufigsten als gut eingeschätzt

Vier von fünf Befragten (79 %) und damit mehr als für jeden anderen Lebensabschnitt schätzen die Lebensqualität der Erwachsenen mittleren Alters als gut ein. Deutlich schlechter wird die Lebensqualität der Älteren, Senioren und Rentner eingeschätzt. Gerade einmal jeder zweite Befragte (52 %) schätzt die Lebensqualität dieser Altersgruppe als gut ein. Interessant: Die Befragten über 70-Jährigen schätzen ihre Lebensqualität zu 60 Prozent gut ein. Bei den Befragten unter 30-Jährigen denken nur 46 Prozent, dass die Lebensqualität der Senioren gut sei.

 

Je älter die Befragten, desto häufiger möchten sie so lange arbeiten, wie sie gesundheitlich dazu in der Lange sind.

Die unter 60-Jährigen wollen im Schnitt nicht länger arbeiten als bis zum 63. Lebensjahr. Ab dem 60. Lebensjahr steigt die Bereitschaft, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten.

 

Altersunterschiede zeigen sich auch bei der Größe des zur Verfügung stehenden Wohnraums.

Bis zur Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen steigt der Anteil derer, die mehr als 101 Quadratmeter haben kontinuierlich über die Altersgruppen an. Ab der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen sinkt dieser Anteil wieder ab. In der Klasse unter 30 Quadratmetern ergibt sich folgendes Bild: je jünger die Befragten, desto häufiger leben sie auf beengtem Raum.

 

Alltagshilfen sind bekannt und werden akzeptiert

Die Befragten sind sehr offen gegenüber Alltagshilfen. Ob Rollator, Treppenlift oder Mobiler Pflegedienst, jeweils 80 Prozent und mehr kennen die wichtigsten Alltagshilfen. Die Mehrheit der Befragten kann sich vorstellen, diese auch zu nutzen, oder nimmt sie bereits in Anspruch.

 

Die Sicht auf Hörgeräte ändert sich

Während sowohl ältere als auch jüngere Befragte mit Hörgeräten am ehesten Schwerhörigkeit verbinden, sehen fast zwei Drittel der Befragten über 50 Jahre in einem Hörgerät ein Mittel zur besseren Kommunikation und Interaktion. Bei den Befragten unter 50 Jahren sieht dies knapp jeder Zweite so. Knapp vier von zehn Befragten über 50 Jahren verbinden mit einem Hörgerät auch eine größere Sicherheit im Straßenverkehr, diese Ansicht wird von jedem Vierten unter 50 Jahren geteilt.

 

Selbständigkeit kommt an, macht aber nicht nur zufrieden

Für zwei Drittel der Deutschen (63 % der unter 50-Jährigen und 66 % der über 50-Jährigen) ist die Selbständigkeit eine gute berufliche Alternative. Etwa jeder zehnte Befragte ist selbständig. Weiter kann sich jeder fünfte Befragte (20 %) vorstellen, sich selbständig zu machen. Interessant: Gut jeder dritte unter 50-Jährige (37 %), aber nur jeder neunte über 50-Jährige (11 %) kann sich vorstellen, sich selbständig zu machen. Allerdings würde sich nur jeder zweite Befragte, der selbständig war bzw. ist wieder für die Selbständigkeit entscheiden.

 

Das Internet durchdringt alle Lebensbereiche

Zu Recherchezwecken nutzen sieben von zehn Befragten – unabhängig, ob sie unter oder über 50 sind – das Internet. Online-Shopping ist bei den unter 50-Jährigen deutlich beliebter (72 %) als bei den über 50-Jährigen. Auch Online-Banking und Streaming-Dienste werden überwiegend von jüngeren Befragten genutzt. Etwa jeder zweite über 50-Jährige würde bei schnellerem Internet allerdings auch Online-Shopping oder Online-Banking betreiben.

 

Vom „automatisierten Fahren“ gehört, aber nicht wissen, was damit gemeint ist

Jeder zweite unter 50-Jährige (53 %) und fast zwei Drittel der über 50-Jährigen (62 %) haben schon vom „automatisierten Fahren“ gehört. Aber von denen, die davon gehört haben, meinen vier von fünf Befragten (79 %), dass es sich dabei um fahrerlose, autonome Fahrzeuge handelt. Das ist aber nicht der Fall. Nur 7 Prozent der Befragten verstehen darunter das, was es ist – ein selbstfahrendes Fahrzeug, bei dem sowohl Fahrer als auch Maschine das Fahrzeug steuern und der Fahrer bestimmen kann, wie stark er eingreifen möchte. Die Begeisterung für automatisches Fahren nimmt mit dem Alter deutlich ab. Während 62 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gerne ein solches Auto fahren würden, sind dies bei den ab 80-Jährigen nur noch 22 Prozent. Dementsprechend lehnen 62 Prozent der über 50-Jährigen das automatisierte Fahren ab, während dies nur bei 42 Prozent der unter 50-Jährigen der Fall ist.

 

Private Fahrdiensten wie mytaxi und Uber werden vor allem bei den Jüngeren präferiert. Jeder zweite Befragte unter 50 könnte sich eine Nutzung vorstellen (53 %), während nur 31 Prozent der über 50-Jährigen sich eine solche Nutzung vorstellen könnten.

 

 

Auch die dritte 50plus-Generationenstudie dokumentiert die Einzigartigkeit des Alterns und zeigt, dass starre Altersgrenzen keinen Sinn machen. Gerade der technische Fortschritt, die Digitalisierung und neue Chancen der Mobilität sind wichtige Möglichkeiten für ein langes selbstbestimmtes Leben. Unterstützt wurde die aktuelle INSA/DIA-50plus-Studie u. a. durch folgende Kooperationspartner: Bundesverband Initiative 50Plus, RKW Kompetenzzentrum, Lifta, terzo Gehörtherapie und Town & Country Haus.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.50plus-studie.de

 

 

Die vierte 50plus-Studie erscheint im Jahr 2020.

 

 

 

*Im INSA-Modus-Mixta wurden vom 29.03. bis 08.06.2017 insgesamt 3.061 Personen für die INSA-Studie 50plus befragt. Die Grundgesamtheit umfasste dabei die deutschsprachige Bevölkerung ab 18 Jahren. In der Befragung wurde eine Stichprobengröße von 1.010 Befragten unter 50 Jahren und 2.051 Befragten über 50 Jahren erreicht. Beide Gruppen (unter 50 Jahre, über 50 Jahre) sind dabei repräsentativ für die zugehörigen Alterskohorten. Für die Studie wurden je ca. 1.500 Interviews in einer Online Befragung und einer telefonischen Befragung erhoben. Dabei wurden je ca. 500 Interviews von Personen unter 50 Jahren und je ca. 1.000 Interviews von Befragten über 50 Jahren beantwortet.

 

 

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